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Reisebericht: Radeln & Singen Minireise

Singen – Radeln- Konzertieren 2021

Auch kleine Projekte können ganz groß rauskommen!
So ging es uns mit unserer Minifreizeit mit Singen, Radeln und statt des Konzertierens mit einem abschließenden Singen im Gottesdienst in der schönen Kirche der Kirchengemeinde Sterley und Salem.

Getroffen haben sich alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen am Donnerstagabend in meinem Garten in Ratzeburg. Den hatte ich in mühevoller Kleinarbeit zum Eventzentrum umgestaltet. Es gab ausreichende Überdachungen, um im angemessenen Coronaabstand das abendliche Essen einnehmen zu können. Der Garten sah super gemütlich aus.

Für 18.00 Uhr waren alle zusammengerufen. Um 18.30 Uhr kam das Essen. Heinrich war so nett, es im Lavastein abzuholen. Dort hatte ich für alle das individuelle Wunschessen bestellt und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten alles bestens vorbereitet. Es gab in den drei Tagen keinerlei Reklamation. Die Portionen waren manchmal ein wenig größer als der Hunger, aber darüber muss sich ja niemand beklagen.

An diesem ersten Abend haben wir ein paar Kanons gesungen, um uns auf das gemeinsame Musizieren einzustimmen und alle notwendigen Absprachen für unsere erste Radtour nach Sterley am kommenden Tag getroffen. Treffpunkt sollte wieder mein Garten sein, denn dort hatten alle, die mit dem Auto zum ersten Treffen gekommen waren, ihre Fahrräder abgestellt.

Am Freitag ging es pünktlich um 9.30 Uhr auf die erste große Tour. Natürlich zunächst in die Stadt zum Lavastein, denn dort musste ich ja die Essensbestellung für den Abend vorbeibringen.
Das war praktisch für die Radler und Radlerinnen, die in den Hotels in der City untergebracht waren. Sie konnten jetzt zur Gruppe dazu kommen. Hochmotiviert fuhren wir in Richtung „Küchensee“, um zur Farchauer Mühle zu gelangen, wo ebenfalls zwei Radlerinnen ihr Domizil gefunden hatten. Nun waren alle beisammen und Heinrich Bellmann konnte uns in seinem Liegefahrrad zur Kirche in Sterley voraus fahren. Leider hat er eine kleine Abfahrt verpasst, so dass wir eine Weile auf der Straße fahren mussten. Heinrich ist ein versierter Radtourhase und im Planen solcher Touren macht ihm so leicht keiner was vor. Dennoch passiert auch alten Hasen mal was Außergewöhnliches. Das hat uns die Freude jedoch nicht geschmälert.

In der Kirche in Sterley wartete Pastor Andreas Wegenhorst mit Kaffee, Tee und Franzbrötchen. Da waren wir doch alle ganz schnell wieder gestärkt und konnten den zweiten Teil unserer Aktivität beginnen, denn das gemeinsame Singen stand ja auch noch auf dem Programm.
Schon nach den ersten Tönen schlug mein Chorleiterinnenherz höher: Was für ein Chor! Was für ein Klang! Ich war mir ganz sicher, dass wir am Sonntag eine wunderschöne Gottesdienstmusik präsentieren würden.

Nach dreistündiger Probe, natürlich mit Corona-Lüftungs- und Chorfitnesspausen, bestiegen wir fröhlich unsere Räder und radelten auf schönen Wegen zurück Richtung Ratzeburg. An der Farchauer Mühle angekommen, gab es erst einmal ein Kaffeepäuschen. Die Hotelgäste verteilten sich von dort aus in ihre Quartiere und der Rest der Gruppe fuhr direkt in meinen Garten. Die Strecke hielt dann auch noch eine letzte Schikane für uns bereit, denn vom Ratzeburger Küchensee geht es nicht ohne Anstieg auf den Georgsberg. Es gibt hier keinen gemütlichen Weg. Wir hatten uns unser Feierabendgetränk und unser Abendessen redlich verdient.
Um 18.30 Uhr waren alle wieder beisammen und das von Vera angelieferte Abendessen konnte genossen werden. Die üblichen Absprachen zur Vorbereitung des kommenden Tages wurden getroffen und um 21.30 Uhr war ich mit Gunhild und den letzten benutzten Gläsern alleine im Garten. Wir haben fertig aufgeräumt, noch ein Glas Wein getrunken und sind dann selig und erschöpft von all den Eindrücken auf unsere Lager gesunken.

Der Samstag begann besonders. Eine Nachricht von Sonja, die so wundervoll die Essensbestellungen koordiniert hatte, veränderte die Gruppenzusammenstellung. Ein kleiner Sturz am Vortag hatte ihr eine schmerzhafte Prellung hinterlassen, die sie nun pflegen musste. Es war nicht schlimm, aber sie entschied für sich, nicht mehr mit zu radeln. Dann kam Heinrich auf den Hof und erzählte ebenfalls, dass er schwächelte und lieber einmal zur Herzkontrolle ins Krankenhaus wolle. Oje, nun durfte ich mich auch noch um die Radtour kümmern. Was für eine Herausforderung für mich.
Um es kurz vorweg zu nehmen, unserem Radtourleiter geht es gut. Alle Untersuchungen waren ohne Befund und er konnte am Sonntag sogar wieder mitsingen! Gott sei Dank!

Wir starteten pünktlich, haben die Essensbestellung abgegeben, und alle Hotel- und Jugendherbergsgäste auf dem Ratzeburger Marktplatz eingesammelt. Dann konnte es losgehen.
Den Berg hinauf zum Friedhof in der Vorstadt waren wir gekommen und dort gab es dann die erste Hürde: das geliehene E-Bike hatte einen platten Reifen. Dazu musste es mit einer Pumpe mit Autoventil aufgepumpt werden. Wir haben alles gegeben. Schließlich war genug Luft im Reifen, dass Dieter mit dem Rad zur Tankstelle fahren konnte, um dem Reifen den richtigen Druck zu verpassen. Er kam schnell wieder und wir konnten endlich richtig starten.
Meine Ansage „Keiner fährt vor mir und niemand fährt hinter Burkhard“ hat gewirkt bis wir den Verbindungsweg von Ratzeburg nach Salem eingeschlagen hatten. Danach gab es für die Schnellradler kein halten mehr! Burkhard allerdings blieb treu und brav immer hinter dem letzten Radfahrer. Danke dafür! Es war ein wunderschöner Weg. Durch eine herrliche Allee, vorbei am Salemer See, mitten über den dortigen, sehr idyllisch gelegenen Campingplatz ging es weiter in Richtung Seedorf. Im Lauenburgischen wimmelt es ja nur so von Seen und so durften wir noch zwei weitere Gewässer passieren, ehe wir die Ausläufer des Schaalsees zu Gesicht bekamen.
Glücklich und ein wenig erschöpft erreichten wir die Seedorfer Kirche.

Hier standen schon alle Sängerinnen und Sänger, die mit dem Auto zur Probe gefahren waren, weil sie aus dem direkten Umland kamen. Hannelore und Jan hatten den Kofferraum geöffnet und uns erwartete eine gelungene Kaffee-, Kuchen- und Keksauswahl. Vera hatte sogar noch einen Kuchen gebacken! Das war genau das Richtige und da wir überhaupt nicht damit gerechnet hatten, waren wir natürlich alle hin und weg, ich selbst ganz besonders.
Die Probe war vielversprechend und nachdem wir alle unsere Stücke, zwei Gospelsongs, einen Kanon und zwei Chorstücke aus dem sagenhaften Notenbuch „Dankt unserm Gott, lobsinget ihm!“ aus dem Strube Verlag, das ich nur jedem Chor empfehlen kann, entführte ich die Sängerinnen und Sänger in meinen Lieblingsraum. Dort, das wusste ich, würde unser Eingangsstück „Alta trinita beata“ ganz besonders feierlich klingen.

©Steffi Niemann

Auf dem Seedorfer Friedhof steht, versteckt unter Bäumen, ein Mausoleum. Dieses Gebäude habe ich vor vielen Jahren entdeckt., habe ein paar Töne darin gesungen und mich sofort verliebt!
Seitdem gebe ich dort in jedem Jahr ein Konzert. Die „Seedorfer Se(e)renadenkonzerte“ fanden in diesem Jahr zum 7. Mal statt. Es ist das kleinste Festival der Welt: ein Konzert im Jahr... Ich stehe mit meinen Kollegen in der Tür des Mausoleums und der Innenraum wirkt von hinten wie ein Verstärker, so dass aller Klang mit großer Präsenz über den Seedorfer Friedhof schwebt.
Wir haben unser gesamtes Gottesdienstprogramm in diesem Raum gesungen und waren überwältigt von der Klangfülle. Eigentlich waren wir nur 18 Sängerinnen und Sänger. Der Chorklang im Mausoleum entwickelte jedoch die Kraft eines großen Oratorienchores in einer mächtigen Kathedrale. Es war zum Dahinschmelzen.
Voll mit diesen erhebenden Eindrücken radelten wir zum Gasthof am See in Seedorf, um -fast mit den Füßen im Schaalsee- noch eine kleine Erfrischungspause zu genießen, ehe wir in umgekehrter Richtung den Weg nach Ratzeburg einschlugen.

Dieses Mal war ich nicht mehr nur erschöpft, als wir in meinem Garten ankamen. Ich war vollständig platt! Und zum Glück kannten sich alle nun schon so gut bei mir zu Hause aus, dass ich mich um gar nichts mehr kümmern musste. Alles lief von selbst. Irgendwie schienen alle etwas müde zu sein, denn der Garten war schon um 21.00 Uhr wieder leer und Gunhild und ich kümmerten uns noch um den kleinen Rest Abwasch. Dann gingen auch wir ins Bett, denn der Sonntag stellte ja seine besonderen Ansprüche an uns.

Am Sonntag um 8.45 Uhr waren, super pünktlich, alle in der Kirche in Sterley an ihrem Platz. Stühle im Coronaabstand standen für uns bereit, so dass wir gleich mit dem Einsingen beginnen konnten. Der Chorklang war, wie ich ihn erwartet hatte und ich war nach diesem Gottesdienst ganz beseelt.
Wir haben uns im Pfarrgarten unter den Apfelbäumen voneinander verabschiedet und auch wenn ich vorher meinte, dass ich das nicht wieder mache, war mir im Moment des Gottesdienstes und während des Verabschiedens klar: Das machen wir nochmal!
Es gibt noch so viele schöne Radwege und es gibt so wundervolle Dorfkirchen, in denen es sich mit Inbrunst singen lässt. Die Kombination von Radeln und Singen in diesen Dorfkirchen ist eine Kombination von Bewegung und tätiger Besinnlichkeit. Wir geben alles und bekommen das Ganze doppelt zurück. Mehr geht nicht!

Ich freue mich auf die nächste Tour von

„SINGEN-RADELN-KONZERTIEREN!“
Am Samstag, den 2. Juli 2022 geht es los!

Samstag, 2.Juli 2022 bis Freitag, 8.Juli 2022
Standort Tangermünde, Hotel „Schulzens“
(ehemals „Alte Brauerei“)

Wir radeln täglich vom Hotel zu einer der Kirchen im Umfeld in der Altmark.
Dort wird geprobt und dann geht es zurück nach Tangermünde,
der wunderschönen Hansestadt im Landkreis Stendal, direkt an der Elbe.

Anmeldungen sind ab sofort bei mir möglich!

Ich sage „Bis bald!“ und schicke herzliche Grüße in die Welt.
Ihre
Susanne Dieudonné