Chorgesang unter Coronabedingungen

ICH TESTE MICH FÜR DICH!

Eine Aktion für das sichere Singen im Chor

Es dauert nicht mehr lange bis der Winter bei uns ist und mit seinem Näherkommen steigt auch wieder das Risiko gehäufter Coronainfektionen im Land.Wir müssen als Chorleiterinnen und Chorleiter mit unseren Chören nun wieder in Innenräumen proben und sind erneut vor besondere Herausforderungen gestellt, die sich nicht mit „Augen zu und durch“ bewerkstelligen lassen.
Als Chorleiterin bemerke ich eine sinkende Bereitschaft in meinen Chören, notwendige Schutzmaßnahmen einhalten zu wollen. Das Leben um uns herum scheint coronafrei zu sein, jedenfalls wird uns das in Funk und Fernsehen so suggeriert.
Massenveranstaltungen sind zu sehen, was uns beim Fußball ja schon seit langem begegnet. Gefüllte Hallen bei Handballspielen, riesige Konzertevents aus der Rock- und Popszene und ebenso gut gefüllte Konzertsäle im klassischen Bereich der Kunst sind ebenfalls wieder ein alltägliches Bild geworden. Masken sehen wir kaum noch und über die Gefährlichkeit einer Coronainfektion wird in der Öffentlichkeit nur noch wenig und sehr liberal geredet.

Alle setzen auf Eigenverantwortung. Wenn uns aber soviel „Normalität“ vorgespielt wird, dann ist es kein Wunder, wenn die persönliche Bereitschaft sinkt, etwas zum Schutz des Menschen zu tun, der neben mir steht.


Eigenverantwortung oder Egoismus?

Ich habe mich jetzt oft und lange genug getestet.
Ich will das jetzt nicht mehr.
Die Tests sind zu teuer.
Ich will die Tests nicht mehr bezahlen.
Ich bin geimpft und geboostert.
Es ist doch alles wieder so normal, dann muss das doch im Chor auch wieder normal sein.
Corona ist doch nur wie eine normale Grippe.

Der Vergleich mit dem, was als „normale Grippe“ bezeichnet wird, taucht immer wieder auf. Auch eine Grippeinfektion kann zur tödlichen Infektion werden, wenn die persönlichen Voraussetzungen dafür gegeben sind. Der Vergleich ist also recht schlicht und ich persönlich würde ihn als dumm bezeichnen.
Es ist wichtig zu wissen, dass Krankheit niemals der Normalzustand eines Menschen ist. Gesundheit ist normal! Und jede Art von Krankheit ist eine Abweichung von diesem Normalzustand.

In dem Moment, in welchem ich diese Zeilen schreibe, sind erneut sieben Menschen in Schleswig – Holstein verstorben. Im ganzen Bundesgebiet sind es noch viele mehr.


SICHERES SINGEN IM CHOR

Als Chorleiterin lege ich allergrößten Wert darauf, dass alle Chorsängerinnen und Chorsänger tagesaktuell getestet sind.
Weil ich bemerke, dass die Bereitschaft dazu sinkt, habe ich mir die folgende Aktion ausgedacht:

Der Slogan heißt:

ICH TESTE MICH FÜR DICH!
Respekt - Gesundheit
Sicheres Singen im Chor


Das Testen alleine genügt nicht, ist aber ein wunderbarer erster Schritt, mit dem ich zeige, dass mir die Gesundheit meines Nachbarn im Chor genauso wichtig ist, wie meine eigene. Im Chor müssen wir zudem auf eine gute Be- und Durchlüftung des Raumes achten. Darüber hinaus ist es wichtig, dass nach wie vor großzügige Abstände eingehalten werden.
Wundervoll gesammelte Informationen bekommen alle Interessierten auf der Seite von Christian Dillig: www.chorundcorona.de


Die Rolle der Künstler

Besser: Die Rolle der Künstlerinnen und Künstler in dieser Aktion
Viele von uns Künstlerinnen und Künstler haben sich in den vergangenen zweieinhalb Jahren oft gefühlt, als würden sie nicht wirklich gebraucht.
Wir waren jedenfalls offensichtlich nicht systemrelevant und haben zum Teil auch darunter gelitten, dass künstlerisches Wirken so wenig Achtung in politischen Gremien hervorgebracht hatte. Die politischen Entscheidungen wurden als künstlerunfreundlich empfunden.

Nun tun alle Verantwortlichen, bis auf wenige Ausnahmen so, als sei das Leben unter den derzeitigen Coronabedingungen normal. Ich will da nicht unreflektiert mitmachen, denn krank sein ist nicht normal!

Was haben nun wir Künstler damit zu tun?
Wir können jetzt zeigen, wie mächtig wir sein können und was wir alles bewirken können zum Wohle aller. Wir haben es in der Hand, wer unsere Veranstaltungen besucht, vor welchem Publikum wir auftreten und was wir von unserem Publikum erwarten wollen.


Ich plädiere für tagesaktuelle Tests und ohne negatives Ergebnis gehe ich zu keiner Veranstaltung.
Ich plädiere für das Tragen von Masken, dort wo ich direkte Begegnungen nicht vermeiden kann.
Ich plädiere für das Einhalten von respektvollen Abständen zueinander.
Ich versuche alles, um Veranstalter von dieser Strategie zum Schutz der Gesundheit aller zu überzeugen.
Wir Künstlerinnen und Künstler haben es in der Hand. Wir können mit dafür Sorge tragen, dass ein Bewusstsein in der Bevölkerung heranreift, das auf Respekt und Rücksicht, auf Achtung und Wertschätzung basiert, indem wir dort NEIN sagen, wo uns Missachtung im Hinblick auf unsere und Anderer Gesundheit entgegengebracht wird.

Ich teste mich für Dich!

Wenn das jeder tut, dann werden keine nicht getesteten und Corona positiven Menschen in den Supermärkten herumspazieren und in U-Bahnen oder in Veranstaltungen sitzen.
Dann werden in der Folge die Menschen im Gesundheitswesen entlastet und im Idealfall selbst nicht krank. Dann können Polizei und Feuerwehr ohne weitere Personalausfälle ihrer Arbeit nachgehen, die auch ohne Corona schon schwer und aufreibend genug ist.

Dann praktizieren wir alle zusammen gelebte Eigenverantwortung.
Lasst uns viele werden, die es sagen und viele, die es tun:
ICH TESTE MICH FÜR DICH!

Ich fange im Chor an...
Bleiben Sie gesund und seien Sie herzlich gegrüßt
von
Ihrer
Susanne Dieudonné



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